max mayer

… Fortsetzung


Es war schön ihn aufwachsen zu sehen. Wir haben fleißig Grundgehorsam trainiert, Rocky und Hazel übernahmen Sitte und Anstand. Er entwickelte sich prächtig, war lieb zu Menschen, Kindern und Hunden. Vor Max musste und hatte niemand Angst im Dorf. Soweit entwickelte er sich gut, nur den extremen Jagdtrieb hatte er von Mama geerbt und er raufte sich auch mal gerne mit anderen Rüden. Er war richtig halb Mama und halb Papa.


Als er ca. 1 Jahr alt war, bescherte ihm seine Jagdleidenschaft nach Katzen eine schwere Verwundung, weil er sich auf einer abgestellten Egge aufspießte. Der Bauer Mayer bat uns um Hilfe, kein Tierarzt in der näheren Umgebung wollte Max noch abends um 7 Uhr behandeln. Bis wir in einer Praxis in Steinsfeld angerufen haben. Fr. Dr. Dagmar Winkle hat nur kurz gesagt: „Kommen sie gleich vorbei!“

Ab da hatten auch wir endlich eine nette, kompetente Tierärztin für unsere Hunde gefunden. Fr. Winkle hat leider ihre Praxis 2008 geschlossen und sich an den Bodensee zurückgezogen. An der Stelle noch mal: Danke, Dagmar!!


Als 1999 die kleine Ronja zu uns kam, hat Max sie wunderbar in „sein Rudel“ aufgenommen. Auch bei Max durfte man als junger Hund mal frech sein und die „Sau rauslassen“. Wie oft hat die kleine Ronja in Max`s buschigen Schwanz gebissen, daran gezerrt und gezogen, ihn tot geschüttelt und Haare ausgerissen. Er hat das alles gelassen hingenommen. Genauso ging es als unser Bohrer (Dobermann) kam und die kleine liebe Senta (Altdt. Schafhund). Wir hatten zu der Zeit auch viele Pflegehunde, nachdem Max sie einer gründlichen Untersuchung unterzogen hatte, war es für ihn o.k. und sie konnten mitlaufen. Als Burschi, ein Pflegehund bei uns war, schien auch alles in Ordnung. Eines Tages ging Burschi unvermittelt auf Max los und pöbelte ihn an. Max fackelte nicht lange, stürzte sich auf ihn und beide landeten im Graben. Von Burschi war gar nichts mehr zu sehen, man sah nur noch einen brüllenden, tobenden Max im Graben ( Tja, wenn das Fass mal überläuft…). Das alles passierte vor unseren Augen. Als die berühmte Schrecksekunde uns wieder reagieren lies: Max, hörst Du auf!

Max sprang aus dem Graben, schüttelte sich und ging seinem “Tagwerk“ weiter nach. Für ihn war das kleine Problem gelöst. Wir „suchten“ erst mal Burschi im Graben und stellten ihn dann auf der Straße wieder auf seine 4 Beine. Etwas verdutzt und sichtlich dankbar für die schnelle Rettung, begannen wir nach seinen Verletzungen zu suchen. Aber siehe da, nichts, keine Schramme. Ab da begrüßte Burschi Max jeden Tag mit einer kleinen Verbeugung und die beiden hatten nie mehr ein Problem miteinander.


Max`s Leben war nicht sehr aufregend, er wachte auf seinem Hof, wartete auf uns um spazieren zu gehen, raufte sich ab und zu mit anderen unkastrierten Rüden im Dorf, nachts schlief er bei den Kühen im Stroh, ja, mehr war da nicht.


Im September 2005 hatte er ein Techtelmechtel mit der Hündin Lea (Schäferhund-Mix), im November konnte man das Ergebnis der Liebelei bewundern.

6 niedliche Welpen. Zuerst kam Ringo zu uns weil er krank war, leider hat er nicht überlebt. Aber dann war da noch der „übrig“ gebliebene Harry. Ab Januar 2006 musste Max sich täglich mit seinem kleinen aufmüpfigen Sohn auseinander setzen.


Als wir 2007 in Leutershausen gebaut haben, hatten wir nicht mehr soviel Zeit für Max, wie auch, kamen in der Bauphase selbst unsere eigenen Hunde zu kurz. Unser Häuschen in Binzwangen verkaufen, in dem wir viele schöne Jahre verbracht haben, die gewohnte Umgebung verlassen, es war alles nicht schlimm. Nur, Max zu verlassen, bei dem Gedanken wurde uns übel. Er war inzwischen 11 Jahre und langsam kam schon der Gedanke, wie lang` lebt er wohl noch? Plagt ihn irgendwann eine schwere Krankheit oder Dauerschmerzen. Wir wussten genau, dass man nicht viel Geld in den alten Hund investieren würde. Wir wünschten uns immer einen schnellen Tod für Max, und das er nicht lange leiden muss.


Von 2008 – 2010 fuhren wir so oft wie möglich in die alte Heimat, um Max zu besuchen. Wir hatten immer alle Hunde dabei und gingen die alte Runde spazieren. Manchmal vergingen auch 2 Monate, dass wir es nicht schafften, ihn zu besuchen. Und jedes Mal vor der letzten Kurve, schloss man kurz die Augen und hoffte, er liegt noch bei seinen Kühen vorm Stall. Und immer wieder lag er da, und freute sich riesig uns zu sehen. Langsam merkte man sein Alter, er hörte schlechter und rannte nicht mehr so schnell, sein Gang wurde steifer, aber es ging ihm immer gut. Die letzten Jahre kam oft ein schlechtes Gewissen, dass man „damals“ kein „richtiges“ Zuhause für ihn gesucht hatte. Jetzt im Alter wo er doch vielleicht ein warmes Plätzchen bräuchte, wo doch die Knochen wehtun und es im kalten Stall ungemütlich ist.

Als wir am 12.11. wieder mal Richtung Stall fuhren, war sein Platz leer. Noch wussten wir nicht, was los war und begannen ihn zu suchen. Obwohl wir wussten das es nur eines bedeuten kann… Max ist Anfang November gestorben…. warum genau weiß man nicht….

Er war 2 Tage gelegen und konnte nicht aufstehen…... hatte wohl Schmerzen…den Tierarzt wollte man nicht extra holen… früh ist er dann tot gewesen…...

Max wurde 13,5 Jahre alt.


Obwohl Max nicht immer das Leben führen konnte, das wir uns für ihn gewünscht hätten, verdanken wir ihm trotzdem die Begegnung einer wundervollen Tierärztin, und die Bereicherung, Harry bei uns haben zu können.


Das Jahr 2010 war kein gutes Jahr für die „Bärenbande“.

seine Brüder:

Mogli: wurde nur 2 Jahre, gest. 1999 an einer Vergiftung

Lonzo: gestorben Frühjahr 2010

Sam: gestorben Frühjahr 2010

Chicco: gestorben Oktober 2010


Auch Max werden wir nie vergessen


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